Aphorismen & weiterführende Gedanken
Die Paradiese der Anderen
I Paradies - welch schönes Wort. Ein Wort, welches uns allen alles verspricht - doch jedem von uns etwas anderes. Das Paradies, jener Ort an dem unsere Seelen ausruhen und Frieden finden, weil sie dort endlich bekommen, wonach sie sich seit jeher sehnen. II Ein...
Der Mensch ist nur im Wir lebendig.
Um die Welt zu verändern braucht es zuweilen den Geist des Einzelnen, doch immer braucht es die Hände Vieler. So kann ein Einzelner die Idee gebären, doch ihre Umsetzung steht und fällt mit der sie tragenden Gemeinschaft. Denn nur in der als Einheit handelnden...
Freiheit ist das Glück, die Katze im Sack zu kaufen
In einer Welt, in welcher das Wagnis auf ein größtmögliches Minimum reduziert ist und das Geschäft mit der Angst Milliardengewinne abwirft, suchen Menschen nach der Erfahrung von Freiheit. Doch das, was sie vermeintlich befreit – wie die Sucht des Glücksspiels oder...
Kurzgeschichten für Zwischendurch
Die Ordnung der Dinge
Die Ordnung der Dinge war seit Langem durcheinander geraten. An den verschiedensten Orten fanden sich immer mehr von ihnen ein, während sie jedoch an den allermeisten Stellen vermisst wurden. So sammelten die Diemisten tagsüber alle Dinge ein, derer sie habhaft werden...
Wolfenstille
Nachdem wir den Letzten erschossen hatten, herrschte eine unerträgliche Stille im Land. Keiner wagte es, zu zucken. Alle verharrten angsterfüllt in ihrer brüchigen Schale. Die von uns Getöteten mußten begraben werden. Doch niemand griff zu Spaten und Schaufel, die...
Gedichte zum Naschen
Hinweis
wenn die Kriegschimären euch das Fleisch zerfetzen und sich Gedärm wie Lorbeer um die Schläfen winden wenn sie mit ihren Schwänzen euch den Glanz der Augen schwärzen werdet ihr in den Grenzen eurer tiefschwarzen Herzen die Einsicht finden dass Schwert und Gewehr...
Frühstücksphantasie
mit zikadnen Beinen stengelt sie die Straße hinunter den Po in pavianscher Färbung wippt sie nach Bachstelzenart schlängelnd umschlingt ihr Haar schlingernd den schlanken Hals und in den Hüften möchte man meinen trägt sie Tamburine mit unbeschuhtem Tritt lässt sie das...
Gute Nacht
Die Nacht stöckelt am Fenster vorüber Der Morgen schläft in den feuchten Wiesen Und steckt voll Apfelblüten. Traum, der buntbehangne Nachtsproß Durchfliegt der Städte offene Fenster Und streut zimmerflücht´ge Saaten Die Mondin schweigt ihr leuchtend Lied Über all uns...
