Endlich bin ich im Dorf angekommen. Die Siedlung liegt ausgestorben. Kein Kind auf der Straße. Noch nicht einmal ein kläffender Köter, der mich begrüßt. Auch in der Siedlung herrscht die verdammte Hitze. Vor mir erheben sich die letzten Häuser. Da, endlich sitzt ein alter Mann.

Er singt in eine Schüssel hinein und winkt mit seinen Armen.

So hastig ich noch kann, schleppe ich mich auf ihn zu. Abrupt bricht er seinen Gesang ab und dreht mir langsam das Gesicht zu. 

Holpernd komme ich zum Stehen.

Noch trennen uns fünfzehn, vielleicht zwanzig Schritt.

Sein Gesicht ist bemalt. Rundum rot und gelb.

Langsam wendet er es wieder der Schüssel zu.

Etwas Unbestimmtes läßt es mich nicht wagen, mich ihm weiter zu nähern. Die Beine gekreuzt, den Oberkörper nach vorn gebeugt und den Kopf über der Schüssel hängend bleibt er, scheint es mir, Äonen sitzen. Plötzlich beginnt er wieder mit seinem Oberkörper zu kreisen. Die Farbe in seinem Gesicht leuchtet immer intensiver. Seine Arme beginnen zu zittern. Er greift zu der vor ihm stehenden Schüssel und führt sie langsam an seinen Mund und verharrt. Während Gott mich brutzelt, stillt er seinen Durst. Aber niemand, denke ich leicht zürnend, niemand entkommt Gottes brennender Liebe. Als ob ihn meine Worte erreichten, stellt der Alte seine Schüssel ab und wäscht sich mit dem Wasser aus der Schüssel die Farbe aus dem Gesicht. Schließlich erhebt er sich und fragt, ob auch ich eine Schüssel mit Wasser möge. Noch bevor ich nicke, dreht er sich ins Haus und taucht ins Dunkel. Minuten später erst steht er wieder im Rahmen und reicht mir eine kupferne Schale mit brunnenkaltem Wasser. Ich bedanke mich bei ihm, setze die Schüssel an und beginne zu trinken. Während des Trinkens beobachtet mich der Alte sehr intensiv. Ich reiche ihm die geleerte Schüssel und bedanke mich nochmals bei ihm, er jedoch schweigt, blickt mir nur kurz, aber freundlich in die Augen, bevor er sich umdreht und im Dunkel des Hauses verschwindet.