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Wolfram Marx
Schriftsteller
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Vom Wesen der digitalen Edition: Die Hypertextversion

Ganz oben links auf dieser Website läuft eine dreiteilige Zahl mit, die an die Versionierung von Software erinnert (z. B. v2.3.145). Auf einer literarischen Plattform mag das irritieren – schließlich gibt es hier keine Programmierschnittstellen (APIs), die brechen könnten.

Und doch folgt diese Zahl einer strengen, vom Semantic Versioning (SemVer) inspirierten Logik. Sie ist das mathematische Abbild meines lebendigen, digitalen Hypertext Index. Jeder Teil der Version hat seine feste literarische Bedeutung:

  • v2 (Die Epoche / Major): Die erste Ziffer steht für die fundamentale Struktur dieser Plattform. Sie repräsentiert die architektonische Epoche der Website. Ein Sprung auf v3 würde bedeuten, dass sich das gesamte konzeptionelle Gefüge oder die philosophische Ausrichtung des Raums grundlegend verändert hat.
  • 4 (Die Arbeitsbereiche / Minor): Die mittlere Ziffer zählt die tragenden Säulen meines Schreibens – die literarischen Arbeitsbereiche. Aktuell steht sie auf 4, da sich diese Bibliothek in Essays, Kurzgeschichten, Gedichte und Aphorismen gliedert. Sollte eines Tages eine neue Form hinzukommen (wie Erzählungen oder Fragmente), erhöht sich dieser Wert automatisch.
  • 145 (Das Fragment / Patch): Die letzte Ziffer ist das Herzstück. Sie zählt die exakte Anzahl der veröffentlichten Texte. In der Software-Welt behebt ein „Patch“ einen Fehler. Hier ist jeder neue Text ein Patch im besten philosophischen Sinne: Ein neuer Gedanke, der das Gesamtwerk ergänzt, eine Lücke schließt oder einen älteren Text in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Das Werk als offener Quelltext

Ein gedrucktes Buch ist statisch. Eine digitale Bibliothek hingegen ist ein fließendes, unvollendetes System. Die Hypertextversionsnummer ist das Eingeständnis, dass diese Sammlung kein Denkmal ist, sondern ein Prozess. Mit jedem neuen Text verändert sich die Statik des Ganzen.