Nachdem wir den Letzten erschossen hatten, herrschte eine unerträgliche Stille im Land. Keiner wagte es, zu zucken. Alle verharrten angsterfüllt in ihrer brüchigen Schale.

Die von uns Getöteten mußten begraben werden. Doch niemand griff zu Spaten und Schaufel, die Gräber auszuheben. Zwingen wollten wir sie nicht, denn das war ja der Sinn des Tötens gewesen: das Böse zu vernichten.

Nun lagen die leblosen Körper in den Straßen des Landes und begannen die Luft zu verpesten.

Wir hatten gedacht, indem wir reinen Tisch machen, reinigen wir die vergifteten Gemüter. Und in der Tat: die Gesichter der Menschen hatten die Farbe gewechselt.

Jedoch in die falsche Richtung. Sie waren jetzt aschgrau bis schwarzlila. Aus ihren Mündern, die sie lautlos wie Fische bewegten, kam fahler Rauch.

Schattengleich, um die Getöteten mäandernd, glitten die Überlebenden durch das Land. Die Sonne schien durch sie hindurch, während die Toten zu Staub wurden. Das letzte Lachen war das des Teufels gewesen, als wir meinten, ihn erschossen zu haben.

Wir tauschten die Waffen gegen Werkzeuge und bestellten das Leben. Doch keiner der Schatten aß mehr. Die Überlebenden tranken ihren Urin, um nicht das ihnen von uns dargebotene Wasser nehmen zu müssen.

Wir hatten immer gedacht, wir wären die Guten.

Als wir den Jahrestag der Befreiung feierten, feierten die Schatten nicht mit.

Und als wir zum Triumph in die Luft schossen, lösten sie sich gänzlich im Licht.

Die Wälder wuchsen, die Felder blühten. Wir erneuerten die lautlosen Städte. Es herrschte Stille.