Inzwischen ist es Mittag geworden. Die Straße glüht. Sie glüht, seit ich sie erreicht habe. Kilometerweit bin ich an ihr entlangstolziert, nur um festzustellen, dass sie kein Ende hat. Sie zieht sich glühend heiß von einem Horizont zum andern. Um zu überleben, muss ich auf die andere Seite kommen, denn wo ich herkomme, kann ich nicht bleiben. Dort ist es so heiß, dass aus Mais im  Nu Popcorn wird – gänzlich ohne Herd und Pfanne.

Aber dort, wo ich hin will, soll es Menschen geben. Und wo Menschen sind, sagt man, gibt es auch Körner. Und wo es Körner gibt, kann ich überleben. Doch vor mir liegt diese glühend heiße Straße. Sie zieht sich nach links, sie zieht sich nach rechts.

Ich wage es. Ich setze einen Fuß darauf und ziehe ihn gackernd zurück. Beinahe wäre er in dem Asphalt stecken geblieben. Seit Tagen kreisen über mir die Geier. Fliegen wäre die Lösung. Doch damit komme ich nur bis zur Mitte der Straße. Fliegen wäre somit mein Ende.

Aus Verlegenheit scharre ich ein wenig im Dreck. Und wenn ich mich unter Straße durchscharre? Nach einer halben Stunde gebe ich auf. Keine zehn Zentimeter tief bin ich gekommen. Ich mache ein Nickerchen.

Auf einmal werde ich hochgehoben und über die Straße getragen.