Nachdem die Revolutionäre den letzten Wolf erschossen hatten, herrschte eine unerträgliche Stille im Land. Sie beäugten einander. Die Blicke der Überlebenden gingen ins Leere. Keiner wagte es, zu zucken. Jeder verharrte angsterfüllt in seiner brüchigen Schale.
Die getöteten Wölfe mussten begraben werden. Doch niemand griff zu Spaten und Schaufel, die Gräber auszuheben. Zwingen wollten die Bewaffneten die Überlebenden nicht. Ratten kamen zu nagen. Fliegen bildeten Schwärme.
'Ich dachte, alles wird anders.', sagte der Leutnant und setzte sich auf einen Trümmerblock. Der Hauptmann beobachtete die Umgebung durch seinen Feldstecher. 'Befreite sehen für mich anders aus.'
Der Feldwebel setzte sich neben den Leutnant. 'Mehr Rosa, weniger grau.' Sie waren die letzten drei ihrer Einheit.
Schattengleich, den Getöteten ausweichend, glitt eine Gruppe Überlebender an ihnen vorbei. Aus ihren lautlosen Mündern kam fahler Rauch. Die Sonne schien durch die Überlebenden hindurch, während die Wölfe zu Staub wurden.
Ein Lachen blitzte durch die Straße. Instinktiv entsicherten die drei Revolutionäre ihre Gewehre.
'Da ist noch einer.', zischte der Leutnant.
'Hoffentlich ist das der Letzte.', fluchte der Feldwebel.
Der Hauptmann suchte die Umgebung ab. 'Diese Teufel.', flüsterte er.
'Ha ha ha.'
Klingengleich fuhr ihnen das Lachen in die Körper. Sie gingen in Deckung. Das Lachen sprang durch die Häuser auf sie zu. Sie zielten und feuerten. Ihre Schüsse zerfetzten das Lachen. In der Stille wummerten ihre Herzen.
Die Schatten waren inzwischen kräftiger als die Körper, die sie warfen. Die Überlebenden tranken ihren Urin. Das dargebotene Wasser rührten sie nicht an.
Als die Revolutionäre den Jahrestag der Befreiung feierten, feierten die Schatten nicht mit.
Und als die Revolutionäre zum Triumph in die Luft schossen, lösten sie sich gänzlich im Licht.
Die Wälder wuchsen, die Felder blühten. Die Revolutionäre erneuerten die lautlosen Städte. Es herrschte eine lärmende Stille unter ihnen.
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